Europa zum Anfassen – auf Exkursion in Straßburg
Wer nach Straßburg fährt, besucht eine französische Stadt mit Superlativen: die gesamte Altstadt – die sogenannte Grande Ile – zählt zum UNESCO Weltkulturerbe. Straßburg wird als Hauptstadt Europas bezeichnet. Die ville an der Ill besitzt den ältesten Weihnachtsmarkt Europas. Eine weitere Besonderheit ist die außergewöhnliche Mischung aus französischem Savoir-vivre und deutscher Ordentlichkeit. Und das alles nur eine gute TGV-Stunde von Bruchsal entfernt!
28.11.2011 – strahlender Sonnenschein – ein gutgelaunter Französischkurs der Jahrgangsstufe 2 ist bereit Straßburg zu erkunden. Wir beginnen unseren informativen Stadtrundgang, der von den Schülerinnen und Schülern durch Kurzpräsentationen en français gestaltet wird. Über die Grande Rue wandern wir ins pittoreske Viertel Petite France mit seinen mittelalterlichen Fachwerkhäusern. Von dort geht es weiter zur alles überragenden cathédrale – dem Straßburger Münster. Auf dem wunderschönen Münsterplatz treffen wir zufällig einen charmanten Moderator des französischen Senders France3, der mit uns vor der Fernsehkamera das Tanzbein schwingen will. Den weiblichen Teil unserer Gruppe muss er nicht lange überzeugen. Die mecs hingegen machen sich erstmal aus dem Staub, um nachher jedoch – aus sicherer Entfernung – das Spektakel mit der Handy-Kamera auf den Chip zu bannen. Französisches Mittagessen und Münsterbesichtigung. Danach setzen wir unseren circuit fort – quer über die Place Kleber in Richtung Place de la République. Mehrfach haben wir die Gelegenheit, über den ältesten Weihnachtsmarkt Europas zu schlendern. Die Straßburger nennen den marché de Noël auch ihren „Christkindlesmärik”. Seit den geplanten, aber glücklicherweise vereitelten, terroristischen Anschlägen im Jahr 2000 wird der Weihnachtsmarkt aus Sicherheitsgründen auf die gesamte Altstadt verteilt. Am Nachmittag geht es per tram weiter ins Europäische Viertel im Nord-Osten Straßburgs. Dort erleben wir eine exklusive Führung durch das Europaparlament, welches in unmittelbarer Nähe des Europarats und des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte an der Ill gelegen ist. Der imposante, 1998 erbaute Gebäudekomplex beherbergt während der Plenartage bis zu 736 Abgeordnete aus 27 europäischen Mitgliedsstaaten. Weitere Arbeitsorte des Europaparlaments befinden sich zudem in Brüssel und Luxemburg. Dass es bei den Plenarssitzungen von Abgeordneten, Mitarbeitern und Dolmetschern nur so wimmeln soll, können wir uns in dem menschenleeren, riesigen Gebäude nur schwer vorstellen. Neben interessanten Einblicken in den Arbeitsalltag der EU-Abgeordneten, bekommen wir auch Insider-Informationen über die geplante Erweiterung der union européenne. Der kurzweilige Tag in der „Hauptstadt Europas” bietet viele interessante Einblicke! Die „Franzosen” der Jahrgangsstufe 2 erleben eine Stadt – die viele eigentlich schon zu kennen glauben – aus einer anderen Perspektive und kehren mit bleibenden Eindrücken im Gepäck nach Bruchsal zurück.
Text: Yvonne Gebhardt
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