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Freude an der Technik Schülerwettbewerb: Lions Club zeichnet Gewinner aus
Bruchsal (art). Zwischen Zecken und Blindenstock, Kirchenfenster, Energieproblem und Solarautos hatte die Jury des Lions Club Bruchsal zu entscheiden bei dem von ihm initiierten Schülerwettbewerb. In der vergangenen Woche war die Preisverleihung im Restaurant „Bergfried“ im Bürgerzentrum. Schülerinnen und Schüler aus Gymnasien in den Altkreisen Bruchsal und Bretten waren eingeladen gewesen, sich mit naturwissenschaftlichen oder technischen Fragen zu beschäftigen und ihre Arbeiten beim Lions Club Bruchsal einzureichen. Die Themenstellung blieb den Schülern selbst überlassen. Bewertungskriterium war insbesondere das Engagement der Schüler bei der Erforschung und Bearbeitung des jeweiligen Phänomens. Dazu kamen der Neuigkeitswert der Erkenntnis und die Bewältigung der Aufgabe mit möglichst einfachen Mitteln. Als Preise wurden insgesamt 3 000 Euro ausgezahlt, die für die Schüler frei verfügbar sind, aber meist in die Fortführung des Projekts fließen werden oder in besondere Unterrichtsmaterialien. „Wir wollen den Schülerinnen und Schülern Mut machen, sich mit naturwissenschaftlichen Phänomenen zu beschäftigen“, sagte Volker Saile, Professor für Maschinenbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Mitglied im Lions Club und Initiator dieses Wettbewerbs, der bereits zum wiederholten Mal durchgeführt wurde. Aus seinen Erfahrungen an der Universität und den Rückmeldungen aus den Unternehmen bahnt sich ein Fachkräftemangel in technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen an. Dem gelte es entgegenzuwirken, indem insbesondere Mädchen frühzeitig für die so genannten „MINT-Fächer“ interessiert werden: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Der erste Preis ging ins Edith-Stein-Gymnasium nach Bretten. Die Klasse 8a hatte mit einfachsten Mitteln einen funktionsfähigen Blindenstock mit Sensoren entwickelt, der vor Hindernissen in unterschiedlichen Höhen warnt. Was der Jury besonders bemerkenswert erschien, war, dass der Blindenstock von einem blinden Ehepaar in Bretten ausprobiert wurde, um den Nutzen im Alltag zu erkennen und die Schwachstellen zu entdecken. Weitere preisgekrönte Arbeiten waren die Auseinandersetzung mit Zecken, der Bau von Solarautos mit geringsten Mitteln, Berechnung und Konstruktion von gotischen Kirchenfenstern, effiziente Nutzung von regenerativer Energie und das Basteln von so genannten platonischen Körpern aus Papier. „Wir ermuntern die Schüler sehr gerne, sich an diesem Wettbewerb zu beteiligen“, sagte Anton Schneider, der Leiter des privaten Heisenberg-Gymnasiums, „da er ein fächerübergreifendes Lernen fördert und die Selbstständigkeit der Schüler.“ Der Wettbewerb soll auch für 2011 wieder ausgeschrieben werden.
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Seminarkurs - Arizona the Grand Canyon State
Schülerinnen und Schüler der Handelslehranstalt Bruchsal präsentieren am Donnerstag, 15. Juli, ab 16 Uhr in der Handelslehranstalt, Stadtgrabenstraße 1, ihre Arbeitsergebnisse des Seminarkurses Arizona – The Grand Canyon State. Bereits vor den Pfingstferien führte die Flugreise der Schülergruppe in die USA. Einen gemeinsamen Urlaub zu verbringen, war jedoch nicht Ziel der Reise. Vielmehr galt es, u.a. im Norden des US-Bundesstaates Arizona den Grand Canyon zu entdecken, zu erleben und zu dokumentieren. Die vielen gesammelten Eindrücke sind zwischenzeitlich verarbeitet, Foto- und Filmmaterial gesichtet sowie sortiert und werden am 15. Juli der Öffentlichkeit vorgestellt. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, gemeinsam mit den Schülern den Grand Canyon, eines der größten Naturwunder auf Erden, „hautnah“ zu erleben. Der Eintritt ist kostenlos. Auf vollbesetzte Reihen freuen sich die Schülerinnen und Schüler der HLA.
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Zusatzqualifikation für Handelslehranstalt-Schüler Überblick über unternehmerische Handlungsabläufe erleichtert Berufseinstieg
Lebenslanges Lernen ist ein gängiges Schlagwort. In der heutigen Zeit wird von Schülern und Mitarbeitern erwartet, dass sie selbst Verantwortung für ihren Wissenserhalt und ihre Wissenserweiterung übernehmen. Der Alltag in modernen Unternehmen ist im kaufmännischen Bereich geprägt durch den Einsatz von PC und integrierter Unternehmenssoftware (IUS). Parallel zu Fach- und Methodenkompetenzen wird in den kaufmännischen Schulen seit vielen Jahren in den Bereichen Betriebswirtschaftslehre, Rechnungswesen und Übungsfirma eine Grundlagenbildung in einer IUS vermittelt. FINTUS – die neue Fortbildungsinitiative Integrierte Unternehmenssoftware – bietet den Schülern der Beruflichen Schulen in Baden-Württemberg die Möglichkeit eine praxisorientierte Zusatzqualifikation im Umgang mit einer integrierten Unternehmenssoftware zu erwerben. 70 Schüler der Zweijährigen Berufsfachschule für Wirtschaft und des Kaufmännischen Berufskollegs II wagten es am 15. Juni an der ersten, vom Landesinstitut Stuttgart entwickelten, einstündigen Prüfung teilzunehmen. In dieser Zusatzprüfung I wurden in zehn Fragen die Grundlagen der Anwendung der IUS, der Verkaufs- und der Einkaufsprozesse abgeprüft. Die Auswertung der Schülerantworten übernimmt das Landesinstitut, welches die Ergebnisse an die Schulen schickt. Bei erfolgreichem Abschneiden erhalten die Schüler ein eigens hierfür entwickeltes Zertifikat, welches sie ihrem Qualipass (wird von Jugendlichen und jungen Erwachsenen genutzt und während des späteren Berufslebens als Dokumentation für die erworbenen Qualifikationen eingesetzt) beilegen können. In der Schule ist man sich einig darüber, dass diese Zertifizierung, beziehungsweise die Einbindung einer Grundlagenbildung in eine IUS im Unterricht viele Vorteile für die Schüler hat. Neben einer praxis- und realitätsnahen Ausbildung bekommen die Schüler einen Überblick über unternehmerische Handlungsabläufe und können so leichter in ihren Beruf einsteigen. Die Handelslehranstalt wird ihren Schülern auch in Zukunft diese Chance einer zusätzlichen Qualifizierung für den Arbeitsmarkt bieten.
Andrea Nemeth | Julia Müller
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Schüler tauschen für einen Tag Schulbank der Handelslehranstalt gegen Arbeitsplatz
Jugendliche erwirtschaften insgesamt 2 479,50 Euro | Erlös aus Aktion geht an „Kinder in Not“
Bruchsal | „Mitmachen ist für uns Ehrensache“ sagten 69 Schülerinnen und Schüler der Handelslehranstalt und tauschten einen Tag lang die Schulbank mit einem Arbeitsplatz bei unterschiedlichen Unternehmen in der Region, den die Schüler selbst ausgesucht hatten.
Die HLA beteiligte sich bereits zum dritten Mal an der landesweiten Aktion „Mitmachen Ehrensache“ und bot den Schülerinnen und Schülern der Berufsfachschule dadurch die Gelegenheit, sich sozial zu engagieren und gleichzeitig einen Einblick ins Berufsleben zu bekommen.
Mit ihrem sozialen Engagement erwirtschafteten die Jugendlichen an einem einzigen Tag 2 479,50 Euro, über deren Verwendung sie selbst entscheiden durften. Es war dies der größte Betrag den eine Schule bei dieser Aktion der Jugendorganisation des Stadt- und Landkreises Karlsruhe erarbeitete.
Die meisten Stimmen erhielt Schwester Stefanie, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, mit ihrem Projekt „Kinder in Not“ bedürftigen Kindern in Bruchsal und Umgebung zu helfen. Eine kleine Delegation der HLA besuchte die Ordensfrau letzten Donnerstag im Institut Sancta Maria, um das Geld zu überreichen. Schwester Stefanie gab nach einem herzlichen Dankeschön den Spendern einen Einblick in ihr Projekt und wem sie mit den Spenden helfen kann. Bei einer Führung durch das Sancta erhielten die Schüler auch einen Einblick in den Schulalltag im Sancta Maria.
Schulleiter Gerold Greil bedankte sich bei seinen Schülern und der verantwortlichen Lehrerin Frau Barbara Steinbach für ihr Engagement. Für die Schüler der HLA ist es Ehrensache, dass sie sich auch im nächsten Jahr wieder für eine gute Sache engagieren wollen. Text: Holger Mönch
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Wirtschaftsschüler erleben internationales Messeflair im Herzen der Weltstadt New York City
Schülerinnen und Schüler präsentieren Produkte der Übungsfirma Scooter-Word Bruchsal GmbH
Eine Erfahrung der besonderen Art erlebten 21 Schülerinnen und Schüler der Zweijährigen Berufsfachschule für Wirtschaft der Handelslehranstalt Bruchsal gemeinsam mit ihren Lehrern Andrea Nemeth und Carsten Wolz beim Besuch der Internationalen Übungsfirmen-Messe in NewYork im März. Im eigenen Verkaufsstand in der Messehalle in Manhattan präsentierten die Schüler die Produkte der Scooter-World Bruchsal GmbH, einer Übungsfirma der Handelslehranstalt. Zu diesem Projekt gehörten die Anfertigung englischsprachiger Messeangebote, Werbe- und Verkaufsunterlagen sowie die Organisation und Finanzierung der Reise. Im Kontakt mit anderen Messeteilnehmern aus den USA, China, Brasilien, Pakistan und Europa verbanden die Schüler sowohl als Händler wie auch als Kunde ihre Kenntnisse der Fremdsprache Englisch mit den in der Wirtschaftschule erlernten betriebs- und volkswirtschaftlichen Zusammenhängen. Die kulturellen Unterschiede wurden hier deutlich. Der in den Vereinigten Staaten äußerst ausgeprägte Wettbewerbsgedanke wird unter anderem durch Verleihung einer Vielzahl von Preisen motiviert. Eine militärische Delegation mit Paradeuniform und Nationalfahne eröffnete die NYC Trade Fair for Virtual Enterprises feierlich mit der Nationalhymne der USA. Die Verkaufsstände waren mit kostspieligem Displaymaterial und Unmengen Luftballons gestaltet. Viele Verkaufsgespräche konnten erfolgreich zum Abschluss gebracht werden. Die Nachbereitung der Verkaufsaufträge erfolgt mithilfe einer integrierten Unternehmenssoftware. Hierbei werden die Schüler sicherlich oft an New York zurück denken. Einen Einblick in das amerikanische Schulsystem ermöglichte der Besuch der Norman-Thomas High School im Zentrum Manhattans. Das Fach Übungsfirma wird hier täglich unterrichtet. Eine Führung durch das Hauptquartier der Vereinten Nationen vermittelte einen Bezug zum alltäglichen Weltgeschehen. Unter anderem standen das Guggenheim-Museeum, ein Musical-Besuch am Broadway und ein Spaziergang über die Brooklyn Bridge mit Blick auf die berühmte Skyline New Yorks auf dem Programm. Zahlreiche neue Perspektiven und Eindrücke bot die Verlegung des Klassenzimmers nach New York. Im Rahmen der Anbahnung einer möglichen Schulpartnerschaft wurde zunächst eine enge Zusammenarbeit zwischen den Übungsfirmen der Norman-Thomas High School und der Handelslehranstalt vereinbart. Ein erster Schritt, um zukünftig auch anderen Übungsfirmen-Klassen diese nachhaltige Möglichkeit der internationalen Lernerfahrung offen zu halten.
Text und Foto: Andrea Nemeth | Carsten Wolz
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Beim Boxen wächst das Selbstwertgefühl Ein Projekt an der Handelslehranstalt Bruchsal fördert benachteiligte Schüler
„Vergessene Kinder haben keine Zukunft vor sich“
Von unserem Redaktionsmitglied Michael Rudolphi Bruchsal. Für Cihad, Mandy oder Dennis sind die Aussichten nicht gerade rosig. Mit ihrem schlechten Hauptschulabschluss haben sie und ihre Klassenkameraden kaum Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Doch das ist längst nicht alles: Migrationshintergrund, Gewaltbereitschaft, soziale Ausgrenzung und teilweise psychische Störungen – viele weitere Faktoren tragen dazu bei, dass sich ein Großteil dieser Jugendlichen benachteiligt fühlt. „Vergessene Kinder“ – so charakterisiert Beate Stöckler ihre Schüler. „Sie haben keine Zukunft vor sich“, erläutert die Beratungslehrerin an der Handelslehranstalt (HLA) Bruchsal. 22 von ihnen unterrichtet sie in der Berufsfachschule für Büro und Handel der HLA. In zwei Jahren sollen sie Zusatzqualifikationen erwerben, um dann einen Ausbildungsplatz im Einzelhandel zu erhalten oder einfache Bürotätigkeiten zu übernehmen. Doch die Hürden sind hoch. Das weiß auch Beate Stöckler. Dennoch: „Ich möchte die Schüler aus diesem Loch ziehen“, versichert die engagierte Pädagogin. „Vergessene Kinder“ – das soll es zumindest an der HLA nicht mehr geben. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, hat die Lehrerin das Projekt „Keiner fällt durchs Netz“ initiiert. Im Kern geht es in dem Modell für benachteiligte Jugendliche um Prävention von Gewalt, Ausgrenzung und Arbeitslosigkeit. 5 300 Euro sind dafür über das Förderprogramm „Stärken vor Ort“ aus dem Europäischen Sozialfonds geflossen. „Eigentlich hatte ich 10 000 Euro beantragt“, betont Beate Stöckler. Doch die Lehrerin ließ sich nicht entmutigen. Ganz im Gegenteil – sie stellte ein Programm auf die Beine, das sie drei Monate lang mit ihrer Klasse umgesetzt hat. Anfangs war die Skepsis bei den Schülern groß. „Natürlich musste ich sie ziehen“, erläutert Beate Stöckler, „aber schließlich ist meine Begeisterung übergesprungen.“ Zunächst einmal musste die Lehrerin eine Basis für faire Gespräche finden. „Halt’s Maul, Du dumme Sau!“ und ähnliche Sprüche sind bei vielen Schülern normaler Umgangston. Also musste erst mal ein Kommunikationstraining her. Die Schüler lernten, ohne Beschimpfungen und Beleidigungen auszukommen. Aggressionen abbauen und Selbstbewusstsein aufbauen – Gewaltprävention war beim Boxclub Pugilist Bruchsal angesagt. Jeder durfte so richtig auf den Sandsack einschlagen. Ein Trainer der Pop-Akademie Mannheim lenkte in einem Tanz- und Gesangsworkshop das Augenmerk auf das Körpergefühl der Schüler. „Das war der absolute Höhepunkt“ erinnert sich Beate Stöckler. Damit bei einem Streit künftig nichts mehr schief geht, gab es für die Jugendlichen eine Ausbildung als Konfliktlotsen. Weiter diente ein gezieltes Bewerbertraining dazu, die beruflichen Chancen im Anschluss an die Schule zu verbessern. Aber auch die Lehrer saßen mit im Boot. Psychologen und Pädagogen der Unis Heidelberg und Mannheim gaben Tipps und Ratschläge, um den Umgang etwa mit psychisch auffälligen Schülern zu erleichtern. „Die Arbeit ist sehr gut angelegt“, ist Gerold Greil, Leiter der Handelslehranstalt, nach dem Ende des Projekts überzeugt. Sowohl Lehrer und Schüler hätten davon profitiert – und das soll auch künftig so bleiben. Der Schulleiter denkt daran, ausgewählte Module von „Keiner fällt durchs Netz“ wie etwa das Bewerbungs- oder das Kommunikationstraining auch in den Unterricht anderer Klassen der HLA zu integrieren. Service Ein Team des ZDF-Infokanals begleitete drei Tage lang das Projekt „Keiner fällt durchs Netz“ und filmte die Schüler bei verschiedenen Trainings. Die Dokumentation ist am Donnerstag, 22. April 2010, um 21 Uhr im ZDF-Infokanal zu sehen.
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Fliegendes Klassenzimmer in New York
Teilnahme an internationaler Übungsfirmen-Messe
HLA Bruchsal. Eine Erfahrung der besonderen Art ist der Besuch der New York City Trade Fair, der Internationalen Übungsfirmen-Messe im New Yorker Stadtteil Manhattan. Kürzlich stellten sich dieser Herausforderung 21 Schülerinnen und Schüler der Zweijährigen Berufsfachschule für Wirtschaft der Handelslehranstalt Bruchsal gemeinsam mit ihren Lehrern Andrea Nemeth und Carsten Wolz. Als eine Art „fliegendes Klassenzimmer“ frei nach Erich Kästner hatte man den Unterricht nach New York verlegt. Im eigenen Verkaufsstand in der Messehalle in Manhattan präsentierten die Schüler die Produkte der Scooter-World Bruchsal GmbH, einer der vier Übungsfirmen der Handelslehranstalt. Neben der Anfertigung englischsprachiger Messeangebote, Werbe- und Verkaufsunterlagen gehörten auch die Organisation und Finanzierung der Reise zu diesem außergewöhnlichen Projekt. „Learning by doing“ ist das zentrale Konzept der Übungsfirma (kurz: ÜFA), einem vierstündigen Unterrichtsfach, das speziell für die Vorbereitung auf die berufliche Praxis eingerichtet wurde. Im Kontakt mit anderen Messeteilnehmern aus den USA, China, Brasilien, Pakistan und Europa verbanden die Schüler sowohl als Händler wie auch als Kunde ihre Kenntnisse der Fremdsprache Englisch mit den in der Wirtschaftschule erlernten betriebs- und volkswirtschaftlichen Zusammenhängen. Viele Verkaufsgespräche konnten erfolgreich zum Abschluss gebracht werden. Die Nachbereitung der Verkaufsaufträge in den Übungsfirmenräumen in Bruchsal wird sicherlich die Eindrücke der Schüler in Erinnerung rufen und somit eine nachhaltige Erfahrung bewirken. Durch die Verwendung einer integrierten Unternehmenssoftware werden das grundlegende Prinzip und die Vorteile einer Software erkennbar, die alle Unternehmensbereiche miteinander verknüpft. Neben der Messe blieb natürlich Zeit für das politische und kulturelle New York selbst. Einen Einblick in das amerikanische Schulsystem ermöglichte der Besuch der Norman-Thomas High School im Zentrum Manhattans. Das Fach Übungsfirma wird hier täglich unterrichtet und ist damit viel stärker in der Schulbildung verankert als in Deutschland. Die in unserem dualen Ausbildungssystem bestehende Verzahnung von Theorie (Berufsschule) und Praxis (Ausbildungsbetrieb) existiert in dieser Form in den Vereinigten Staaten nicht. Dies sind nur einige der zahlreichen neuen Perspektiven und Eindrücke, welche die Verlegung des Klassenzimmers nach New York bot. Im Rahmen der Anbahnung einer möglichen Schulpartnerschaft wurden zunächst eine enge Zusammenarbeit zwischen den Übungsfirmen der Norman-Thomas High School und der Handelslehranstalt Bruchsal vereinbart. Ein erster Schritt, um zukünftig diese nachhaltige Möglichkeit der internationalen Lernerfahrung auch anderen Übungsfirmen-Klassen der Handelslehranstalt Bruchsal offenzuhalten. Andrea Nemeth, Carsten Wolz
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Preisausschreiben der Einzelhändler: 30 Gewinner von Glücksfeen gezogen
Erste Schaufensteraktion endet mit Verlosung der Einkaufsgutscheine im Wert von 620 Euro.
Bruchsal (mas) | Die 30 Sieger des Preisausschreibens,das parallel zum ersten Schaufensterwettbewerbder Bruchsaler Handelslehranstalt (HLA), der Einzelhändler und des Büros für Stadtmarketing lief, stehen fest. „Damit ist die erste Aktion Schaufenster-Wettbewerb beendet“, sagte Margrit Csiky vom Büro für Stadtmarketing bei der Ziehung der Gewinner am 24. März. Rund 300 Bruchsal-Besucher – nicht nur aus Bruchsal und Umgebung wie schon die Adressen der 30 Gewinner zeigen – hatten das Lösungswort „Schaufenster-Wettbewerb“ in die vorgegebenen Kästchen eingetragen und die Karte bis zum verkaufsoffenen Sonntag am 21. März in einem der Geschäfte, die sich an der Aktion Schaufenster- Wettbewerb beteiligt hatten, abgegeben. Beim Schaufenster-Wettbewerb konnten Schüler der HLA anwenden, was sie in der Schule gelernt haben und Auslagen in der Bruchsaler Innenstadt gestalten. Eine Jury bewertete ihr Werk.„Wir haben für das Preisausschreiben Einkaufsgutscheine im Gesamtwert von 500 Euro angekündigt. Die Händler haben sogar noch mehr zur Verfügung gestellt, so dass die Gutscheine, die wir verlosen, insgesamt 620 Euro wert sind“, so Dietmar Kiefer vom TUI-Reisebüro, bevor die HLA-Schülerinnen Sandra Dutzi und Evgenija Dettling als Glücksfeen folgende Gewinner zogen: Doris Stecker (Bruchsal), Tim Peter (Neckarsteinach), Loris Grobs (Bruchsal), Steffen Bollheimer (Ubstadt-Weiher), Beate Fenn (Sulzfeld) haben je einen Gutschein von Elektro Frey im Wert von 20 Euro gewonnen; Heidi Schwab (Bretten) und Alisa Schäfer (Bruchsal) je einen Gutschein von NumberOne im Wert von 25 Euro; Loni Ripp (Königsbach) und Andreas Bollheimer (Forst) je einen Gutschein vom TUI-Reisebüro im Wert von 50 Euro; Larissa Fieser (Waghäusel) und Carola Baron (Linkenheim-Hochstetten) je einen Gutschein von Blumen Sieg im Wert von 25 Euro; Cedric Fetzner (Durmersheim), Gudrun Fels (Bruchsal), Petra Palik (Knittlingen) je einen Gutschein von Anziba im Wert von 30 Euro; Stefan Röhrig (Bruchsal) und Brigitte Böhler (Bruchsal) je einen Gutschein von Stephan’s Kosmetik und Parfum im Wert von 20 Euro; Sibel Uyanik (Bruchsal) und Nicole Schmidt (Ubstadt-Weiher) je einen Gutschein von Leder Franz im Wert von 25 Euro; Petra Diehl (Karlsdorf-Neuthard) und Alice Köhler (Bruchsal) je einen Gutschein von Bärle City im Wert von 20 Euro; Hiam Völker (Bruchsal), Andreas Franke (Bretten-Ruit), Sigrid Baron (Ravensburg), Mira Heneka (Ubstadt-Weiher), Angelika Moritz (Ubstadt-Weiher), Nicole Niederhofer (Bruchsal), Daniel Herzog (Karlsdorf-Neuthard), Melanie Mattner (Bruchsal), Dominic Hermann (Oberhausen), Kersten Mira Hippauf (Weimar), je einen Gutschein von Betten Mangei im Wert von 10 Euro.
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Wirtschaftsschüler der Handelslehranstalt Bruchsal zeigen Flagge in New York
Der Besuch von internationalen und regionalen Messen in Deutschland ist für die Schüler der zweijährigen Berufsfachschule für Wirtschaft mit dem Wahlpflichtfach: Übungsfirma eine einzigartige Möglichkeit, ihre Schlüsselkompetenzen zu erweitern. Ab Montag, 22. bis Dienstag, 30. März stellen sich die Schüler der Wirtschaftsschule einer neuen Herausforderung: der Teilnahme an einer internationalen Übungsfirmenmesse in New York mit einem eigenen Messestand. Die Reise in die USA werden 21 Schülerinnen und Schüler mit ihren Übungsfirmengeschäftsführern Andrea Nemeth und Carsten Wolz antreten. Als Mitarbeiter des Unternehmens „Scooter-World Bruchsal GmbH“, einem virtuellen Unternehmen mit Motorrollern, Helmen und Zubehörteilen, werden sie in der Messehalle in Manhattan eine Auswahl ihrer Produkte fiktiv anbieten. Dabei gilt es, mit rund 120 Ausstellern aus den USA, Südamerika, China und Europa in Kontakt zu treten. Die Verkaufsgespräche sind in englischer Sprache zu führen. Im Vorfeld sind somit Produktkatalog und Werbeflyer in das Englische zu übersetzen. Eigenverantwortliches Arbeiten müssen die Schüler nicht nur bei der Konzeption des Messeauftritts beweisen. Auch in die Planung und die Organisation der Klassenfahrt und deren Finanzierung sind sie eng eingebunden. Durch zahlreiche Aktivitäten konnten die Schüler rund 2 000 Euro erwirtschaften. Der kostenbewusste Umgang mit finanziellen Mitteln beginnt bereits bei der Auswahl der Unterkunft, einer Jugendherberge im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Weitere Bausteine in der Finanzierung bilden der Förderverein der Handelslehranstalt und die Patenfirma der Scooter-World Bruchsal GmbH, das Motorsportcenter Odenwald in Bruchsal. Die methodische und fachliche Seite des Projekts wird ergänzt durch die Besichtigung einer Reihe weltbekannter, geschichtlich und wirtschaftlich bedeutsamer Orte innerhalb New Yorks. Auch eine Führung durch das Hauptquartier der Vereinten Nationen ist bereits organisiert. Schließlich werden der Besuch und die Teilnahme am Unterricht einer New Yorker Schule Einblicke in das amerikanische Schulsystem gewähren und die Möglichkeit einer Schulpartnerschaft eröffnen. Die aufgezeigten Vorteile des Übungsfirmenkonzeptes werden im Rahmen dieser Studienfahrt in einen umfassenden Zusammenhang persönlicher, sozialer und kultureller Erfahrungen gestellt. Ein Projekt dieser Art zu stemmen, fordert von den Schülern Engagement, Kreativität, Teamfähigkeit und Zielstrebigkeit – und schon jetzt ist klar: das Ziel ist bereits erreicht!
Andrea Nemeth, Carsten Wolz
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„Beitrag für lebendige Innenstadt“
Schaufenster-Wettbewerb mit originellen Dekorationsideen von Schülern der Handelslehranstalt
Bruchsal (as) | 18 Schaufenster in der Bruchsaler Innenstadt haben Schüler der Handelslehranstalt dekoriert und sich mit ihrem Werk einer Jury aus Vertretern von Einzelhändlern, Lehrern und der Stadt gestellt. Das schönste Schaufenster ist das von Bärle City in der Friedrichstraße – darin sind sich die Experten und die älteren Mitschüler einig. Corina Hees, Daniel Herzog, Irina Lange und Niko Vogel räumten bei der Preisverleihung für den Schaufenster-Wettbewerb der Schüler im ersten Ausbildungsjahr nicht nur den Hauptpreis sondern auch den „Mitschülerpreis“ für ihre Auslagen im Frühlings-und Osterdesign ab. Das Bärle-Fenster sehe genau so aus, wie ein Schaufenster auszusehen habe, sagte Anke Storck-Simon. Die Lehrerin hatte – um ihren Schülern die Möglichkeit zu geben, das Gelernte in die Praxis umzusetzen – den Wettbewerb zusammen mit Dietmar Kiefer vom TUI-Reisebüro initiiert und Margrit Csiky vom Büro für Stadtmarketing und die Bruchsaler Werbeagentur artbox ins Boot geholt. Um objektiv urteilen zu können, hat Storck-Simon auf einem „Bewertungsbogen für Schaufenster“ die wichtigsten Punkte zusammengestellt. Denn, so die Lehrerin: „Schaufenster zu vergleichen, ist nicht ganz einfach. In einem Reisebüro hat man zum Beispiel keine Waren. Man muss sich überlegen, wie man eine Dienstleistung ansprechend präsentiert.“ Dabei sei es ein großer Unterschied, ob man einen „langweiligen Liegestuhl“ ins Fenster stellt oder mit einem Taucher im Anzug die Aufmerksamkeit der Leute auf sich ziehen könne. Mit originellen Ideen, aktuellem Bezug und einem Blickfang konnten die Schüler bei der Jury Pluspunkte sammeln. „Unpassende Aufbauelemente“ und sich spiegelndes Licht brachten Abzug. Die Preise an den Waren müssten zudem gut lesbar sein, damit die „Preisangabenverordnung“ eingehalten wird. Platz zwei belegen Benjamin Hecker, Marcus Krause, Sabine Lochmann, Timo Straus und Sabrina Wüst für das Fenster vom Herrenbekleidungsgeschäft Anziba und Claudio Macumbundo, Bahadir Özdemir, Anel Smajic, Waldemar Stieben und Kristina Stöhr für die Dekoration beim Biomarkt Füllhorn. Den dritten Preis bekamen Jessica Eichhorn,Stefan Kraus, Melanie Martin, Andreas Riffel, Markus Rohde und Angelique Roturier für die Gestaltung bei Betten Mangei überreicht. Völlig andere Kriterien legte die Werbeagentur artbox zugrunde, um die Gewinner des Kreativpreises zu ermitteln: „Hütet euch vor Menschen, die behaupten, es gebe nur rechte Winkel. Hütet euch vor Menschen, die behaupten, die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten sei eine Gerade. Hütet euch vor Menschen, die behaupten, man könne alles messen und wiegen“, riet Ulrich Konrad, Geschäftsführer der Werbeagentur, den jugendlichen Zuhörern. Annamaria Caré, Esna Durmaz, Amra Kahrimanovic, Samed Karayigit und Nihal Türkoglu (Optik-Hörgeräte van de Loo), Meike Fürmetz, Marcella Gastanaga-Müller, Yasemin Güngördü, Marcus Jung, Laura Käpplein und Daniel Köhler (Elektro-Frey) und Dominic Hermann, Christian Lösel, Fabian Richter, Denis Rzytki, René Schmidt und Kevin Schwab (Euroladen) hätten sich an diese Maßstäbe gehalten. „Die Fenster haben uns einfach gefallen“, sagte Konrad. Die Geschäfte, die ihre Fenster für die Aktion zur Verfügung gestellt haben, seien ein „überschaubares Risiko“ eingegangen, so Schulleiter Gerold Greil. Jetzt sei die Aktion ein Gewinn für alle. Die Schüler hätten einen Beitrag für eine lebendige Innenstadt geleistet, sagte Dietmar Kiefer. Es hätten sich sogar noch mehr Geschäfte beteiligen wollen. Und Margrit Csiky betonte: „Das Büro für Stadtmarketing ist gerne bereit, die Aktion wieder zu unterstützen.“
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Gewinn für Handel, Innenstadt und Auszubildende
Preisverleihung des Schüler Schaufensterwettbewerbs 2010 in der Handelslehranstalt
Bruchsal | In der Ausbildung zum Kaufmann/ frau „ist der Kreativbereich eher ungewohnt“, erläuterte Anke Storck-Simon, Lehrerin an der Handelslehranstalt Bruchsal. Um die Schüler dennoch kreativ und praxisnah zu fördern, hatte sie deshalb eine ganz besondere Idee: In einem Wettbewerb sollten Schüler der Lehranstalt die Schaufenster für Bruchsaler Einzelhändlern gestalten! Margrit Csiky, Stadtmarketingbeauftragte der Stadt Bruchsal, und 18 Einzelhändler der Bruchsaler Innenstadt sagten sofort zu. In tagelanger Arbeit, oft sogar in ihrer Freizeit, planten die Schüler in Gruppen an ihren Projekten. Und schliesslich hatten sie in den Bruchsaler Geschäften die Möglichkeit, alles in der Schule theoretisch Erlernte in die Praxis umzusetzen. „Zum Beispiel die Warenpräsentation - da hat man in den Läden noch viel dazugelernt“, meinte Schüler Markus Rohde, der mit seinen Team schliesslich den 3. Platz belegte. Ob Schaufenster für das Reisebüro, den Blumenladen, Kleidungs- oder Brillengeschäft- jeder Laden brachte andere Herausforderungen mit sich. „Die Schüler hatten tolle Ideen und waren voll dabei“, so Initiatorin Storck-Simon.
Am Mittwoch, 10. März, war es dann endlich so weit: Die Sieger standen fest! In der Aula der Handelslehranstalt Bruchsal fand die große Preisverleihung statt. Schulleiter Gerold Greil, Margrit Csiky vom Büro für Stadtmarketing, TUI Reisecenter-Inhaber Dietmar Kiefer und Ulrich Konrad von der Werbeagentur artbox betonten alle das herausragende Engagement der Schüler. Anschliessend wurden der dritte Platz verliehen. „Der Preis ist klasse! Man gewinnt schliesslich nicht jeden Tag!“, freute sich Markus Rohde, der gemeinsam mit seinem Team das Schaufenster für Betten Mangei in Bruchsal gestaltete. Platz zwei wurde sogar zweimal vergeben: für das Schaufenster des Herrenbekleidungsgeschäfts Anziba und für die Gestaltung des Schaufensters des Biomarkts Füllhorn. Der begehrte Kreativpreis ging an drei Schülergruppen und wurde von der Werbeagentur artbox verliehen. Die Gewinner konnten sich über freie Eintrittskarten für „WILLI Die Bühne“ freuen. Abräumer des Morgens waren aber ganz klar die Schüler Corina Hees, Daniel Herzog, Irina Lange und Niko Vogel. Ihr Team dekorierte das Schaufenster von Bärle City Bruchsal. Sie gewannen sowohl den Mitschülerpreis als auch den Hauptpreis und erhielten Eintrittskarten fürs Schwimmbad SaSch und für die Badische Landesbühne. „Wir hätten nie damit gerechnet zu gewinnen- und dann gleich zwei Preise!“, freute sich Daniel Herzog. Auswahlkriterien der Jury waren unter anderem die Originalität der Idee und die Aufmerksamkeitswirkung des Schaufensters. „Die Arbeit hat sich auf jeden Fall gelohnt“, fasste Storck- Simon zusammen. „Den Wettbewerb wird es mit Sicherheit wiedergeben!“
Wer die dekorierten Schaufenster sehen will, ab nach Bruchsal in die Innenstadt! Gelegenheit, zum Beispiel die aufwändig beleuchtete Dekoration von Optik-Hörgeräte Herrmann van de Loo bei Nacht zu sehen, bietet sich am verkaufsoffenen Sonntag, den 21. März. (cz)
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Die vergessenen Schüler
Wie eine Lehrerin Hauptschulabgänger für den Beruf fit macht
Vor zwanzig Jahren kehrte Beate Stöckler ihrer Karriere bei der Bank den Rücken und ergriff ihren Traumjob: Berufsschullehrerin. Mit viel Engagement kümmert sie sich seither um die, die als chancenlos gelten: Hauptschulabgänger ohne Berufsaussichten.
"Ihr Hauptschulabschlusszeugnis ist schlecht und ihr Benehmen oft eigenartig: Niemand will sie, kein Ausbilder und keine Schule", sagt Beate Stöckler. Als Lehrerin an einer Berufsfachschule in Bruchsal will sie den Jugendlichen zeigen, dass sie eine Chance haben. Und dafür geht sie ungewöhnliche Wege. Mit EU- und Landesmitteln hat Beate Stöckler kleine Beträge locker machen können. Damit konnte sie Ausbilder von außen an die Schule holen: Personalleiter großer Unternehmen, deutsche Meister im Boxsport bis hin zu Psychologen. Alle boten ihre praktische Unterstützung an.
Wie man lernt, sich durchzuboxen
"Ich habe mir überlegt, was fehlt, was bringt der normale Unterricht nicht mit sich", erzählt Beate Stöckler und dann hatte sie die Idee für das Projekt. Mit der Unterstützung der Fachleute bietet sie den Jugendlichen nun praktische Hilfe und Kontakte in die Berufswelt an. So bekommen ihre 22 Schüler und Schülerinnen neben dem normalen Deutsch- Mathe- und Fachkundeunterricht ein Zusatztraining: in Sozialkompetenz, Konfliktfähigkeit und Ausdrucksvermögen.
Ganz oben auf der Liste der Zusatzangebote steht das Anti-Aggressiontraining. Die Lehrerin schickt die Jugendlichen in die Boxhalle. Dort lernen die 16- bis 19-Jährigen, ihre Wut zu verarbeiten. Trainiert werden sie vom badischen Vizemeister Kara. Für einige von ihnen ist er ein Idol. "Ich habe durch das Boxen meine Aggressionen, die ich früher in mir trug, komplett zur Seite legen und mehr Vertrauen zu mir selber gewinnen können", sagt Kara.
Überstunden für ein besseres Leben
Beate Stöckler hat drei Söhne großgezogen, als Alleinerziehende. Jetzt engagiert sich die 59-Jährige neben dem normalen Unterricht für ihre Schüler und macht dafür Überstunden: "Es ist schon Stress, aber das ist meine Vision. So wie das Projekt jetzt läuft, wollte ich immer in der Schule arbeiten." Auch ihr Sohn Alexander, Sänger und Marketingmanager, muss mithelfen. Bei ihm geht es um die Stärkung des Selbstwertgefühls. Zwei Schülerinnen, Dilan und Ipek, haben einen Traum: Sie wollen eine Girlsband gründen. Von Alexander erfahren sie, wie viel Arbeit dahinter steckt. Doch die Lehrerin und der Sohn machen ihnen auch Mut. "Sie sind so beschäftigt mit Noten und der Frage, kriegen wir einen Job. Das belastete sie sehr. Ich habe die Hoffnung, für alle eine Tür öffnen zu können und ihnen zu zeigen, es gibt noch viele schöne Dinge, die du gut kannst."
Zwei Jahre dauert die Zusatzqualifikation. Neben dem sozialen Training wird gebüffelt: Deutsch, Mathe, Fachkunde. Mit Erfolg: Von Stöcklers letzter Klasse haben alle Schüler eine Lehrstelle gefunden. von Peter Schmidt
Link zum Video in der ZDF-Videothek
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Welches ist das schönste Schaufenster?
Handelslehranstaltsschüler schmücken 18 Auslagen
Von unserer Mitarbeiterin Agnes Nahm Bruchsal. „Ich wurde von einem Hund gebissen“ – so erklärt Anke Storck-Simon, wie sie die Idee entwickelte, Schüler der Handelslehranstalt (HLA) Bruchsal Schaufenster dekorieren zu lassen. „Da hatte ich plötzlich jede Menge Zeit. Ich konnte die Zeitung auch mal genauer lesen und habe in einem Bericht erfahren, dass die Stadtverwaltung mehr Leben in die Innenstadt bringen möchte.“ Die Aktion „Bruchsaler Innenstadt im Wandel“ war für die Lehrerin und Projektkoordinatorin der HLA Bruchsal eine Inspiration. „Die Schüler müssen in jedem Halbjahr an einem Projekt arbeiten. Und da hatte ich dann die Idee mit der Schaufensterdekoration.“ Die Gruppen von vier bis sechs Schülern müssen innerhalb eines Vormittags die zur Verfügung gestellten Ausstellungsplätze nach den Vorgaben der Geschäftsbesitzer dekorieren. Nächsten Mittwoch verleiht eine Jury, bestehend aus Lehrern der HLA und Vertretern des Stadtmarketings, Preise an die schönsten Auslagen. Im November hatte Anke Storck-Simon Kontakt mit dem Stadtmarketing aufgenommen und ihre Idee vorgestellt. Bei Margrit Csiky stieß sie auf offene Ohren. Csiky kontaktierte mehrere Geschäfte in Bruchsal, ob sie Interesse daran hätten mitzumachen. Mit Dietmar Kiefer, dem Vertreter der Bruchsaler Einzelhändler, gewannen die beiden Frauen einen weiteren Helfer. Er erklärte das Projekt den Ladenbesitzern. Schließlich stimmten 18 Einzelhändler zu. Der Wettbewerb läuft so: Die Geschäftsleiter stellen den Berufsschülern verschiedene Bedingungen. Etwa die Zielgruppe im Blick zu behalten, ein Budget nicht zu überschreiten oder mit Symbolen für den Frühling zu arbeiten. Während die meisten Schüler schon seit Wochen alles bis ins kleinste Detail geplant hatten, mussten einige spontan sein: Die, die in Modeläden Schaufenster dekorierten, waren gestern Morgen noch damit beschäftigt, die passenden Kleider auszusuchen. Denn die Frühjahrsware kam erst vor wenigen Tagen an. Schon seit Januar war die Vorbereitung auf das Projekt Teil des Unterrichts. Verschiedene Dekorationsmethoden wurden den Schülern vermittelt. „Pyramidenförmig angeordnete Ware wirkt günstig“, erklärt Storck-Simon, „Weil mehr Ware daliegt, bekommt der Kunde den Eindruck, er könne sich mehr davon leisten.“ Die Schüler selbst mussten im Unterricht ihre Dekorations-Vorhaben ausführlich vorstellen. Die fünf Lehrer der rund 100 mitarbeitenden Schüler ließen ihre Klassen gestern nicht allein. Den ganzen Vormittag wurden sie an der HLA vertreten, damit sie ihren Schützlingen in der Innenstadt zur Seite stehen konnten. „Fehlt Euch noch irgendetwas?“, fragt Anke Storck-Simon in jedem Geschäft. Sie trifft auf Gruppen junger Menschen, die im Schaufenster mit Anziehpuppen, Eimern oder Weinflaschen hantieren. So selbstständig wird an der HLA sonst selten gearbeitet. Anke Storck-Simon ist stolz: „Bei solchen Aufgaben wachsen die Schüler über sich hinaus.“ „Klar macht das Spaß“, teilt eine Schülerin mit. Draußen auf dem Schaufenster klebt ein Schild, das es als eines der achtzehn Geschäfte markiert, die bei dem Wettbewerb mitmachen. Morgen Vormittag werden weitere vier Fenster dekoriert. Dann entscheidet die Jury, wer sich am besten geschlagen hat. Die Preisverleihung ist nächste Woche. Natürlich hoffen die Schüler alle auf einen Sieg. Aber eigentlich ist ihnen die Erfahrung Gewinn genug.
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REGENSCHIRM-REGAL: Eine der ungewöhnlichen Schüler-Ideen.
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DEKO-DISKUSSIONEN: Ganz genau wird überlegt, welche Ware ins Schaufenster kommt. Aufgabe dieser HLA-Schüler ist es, mit Blumen, Kunstrasen und Kleidungsstücken eine frühlingshafte Auslage zu kreieren. Das schönste der 18 dekorierten Fenster wird nächste Woche prämiert. Fotos (2): Nahm
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Hintergrund Schaufenster-Wettbewerb Die Schüler der Handelslehranstalt Bruchsal haben sich in diesem Jahr die Dekoration von Bruchsaler Schaufenstern als Projekt ausgesucht. Ihre Kreationen sind noch bis zum verkaufsoffenen Sonntag, 21.März, zu besichtigen. Sie sind mit einem Aufkleber gekennzeichnet. Folgende 18 Geschäfte in der Innenstadt haben ihre Schaufenster zur Verfügung gestellt: Anziba, Bärle City, Betten Mangei, Blumen Sieg, Brillen-Steiert, Contur, DER Deutsches Reisebüro, Elektro-Frey, Euroladen, Füllhorn, Leder Franz, Musik Brunner, Number One, Optik-Hörgeräte H. van de Loo, Schuhhaus Matt, Stefanie, TUI Reisecenter und der Weltladen Bruchsal. ana
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„Vergessene Schüler“ soll es an der Handelslehranstalt nicht mehr geben
Keiner fällt durchs Netz, heißt das Projekt, das seit Oktober des vergangenen Jahres an der Handelslehranstalt (HLA) in Bruchsal läuft und als sogenanntes „Mikroprojekt“ über das Förderprogramm „Stärken vor Ort“ aus dem Europäischen Sozialfonds für Deutschland (ESF) gefördert wird. „Keiner fällt durchs Netz“, das klingt angesichts der Umstände, die Initiatorin und Beratungslehrerin Beate Stöckler schildert, vielleicht ein wenig zu optimistisch. Aber genau das möchte Stöckler für Schüler wie Ipek, Dennis, Cihad, Jens und Mandy erreichen. „Das Projekt ist meine Vision seit ich an dieser Schule bin“, sagt Stöckler. „Diese Kinder sind vergessene Schüler. Sie alle haben zu Hause große Probleme, aber sie sollen nicht durch das soziale Netz fallen.“ 1 400 Schüler besuchen die HLA. Wenn Stöckler von „vergessenen Schülern“ spricht, meint sie diejenigen, die die zweijährige Berufsfachschule für Büro und Handel (BFBuH) besuchen – rund 50 pro Jahrgang. Sie haben zwar den Hauptschulabschluss in der Tasche, den Sprung auf eine weiterführende Schule oder in eine Arbeits- oder Lehrstelle haben sie damit aber wegen ihrer schlechten Noten nicht geschafft. „Sicher spielt auch ihre Bequemlichkeit eine Rolle“, sagt Stöckler. „Manche haben nur ein paar Bewerbungen verschickt und nach Absagen zu schnell aufgegeben.“ „Diese Schüler sind richtig Benachteiligte“, urteilt Stöckler. Und: „Kein Lehrer hält es lange in diesen Klassen aus.“ Schimpfworte und Handgreiflichkeiten seien „normal“ und gehörten zum Alltag der Jugendlichen. Schulleiter Gerold Greil, der auch an der BFBuH unterrichtet, bestätigt das, betont aber: „Sie sind keine Schläger.“ Beratungslehrerin Beate Stöckler verbringt ihre Zeit hauptsächlich in den Klassen der BFBuH. Sie hat mit „Keiner fällt durchs Netz“ ein Programm ausgearbeitet, das auf ihre Schüler zugeschnitten ist. Ihre Kollegen Magdalena Miklosch und Sven Exner unterstützen sie, so dass die Pädagogen ihre Klasse in manchen Projektstunden auch zu zweit betreuen können. Bewerbungstraining, Kommunikationstraining und Streitschlichtung – „um sich vor Beleidigungen und seelischen Verletzungen zu schützen und in Gesprächen ohne Beschimpfungen und Handgreiflichkeiten voranzukommen“ – Boxen beim Bruchsaler Boxclub Pugilist – um Aggressionen ab und Selbstbewusstsein aufzubauen – und psychologische, pädagogische und ärztliche Betreuung standen für die 22 Berufsfachschüler regelmäßig auf dem Stundenplan. Psychische Störungen seien bei Schülern in solchen Klassen keine Seltenheit. Zudem berichtet Stöckler von Schülern mit körperlichen Behinderungen, die bisher niemand bemerkt oder beachtet habe. Gerade deshalb legt die Beratungslehrerin Wert auf Kontakt zu Fachleuten. Bei „Keiner fällt durchs Netz“ arbeitet sie mit Experten der pädagogischen und psychologischen Fakultäten der Universitäten in Heidelberg und Mannheim und der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie zusammen. Zum Abschluss des ersten Projektteils – das Projekt selbst soll in leicht veränderter Form weitergehen – waren die 22 „vergessenen Schüler“, alles andere als vergessen. Als an drei Tagen am großen Vertretungsplan im Schulflur für alle zu lesen war: „Die HLA Bruchsal begrüßt heute das Aufnahmeteam des ZDF ganz herzlich und wünscht allen Teilnehmenden einen angenehmen Drehtag“, ging es um sie. Das Filmteam des ZDF war auf das Projekt aufmerksam geworden und begleitete Ipek, Dennis, Cihad, Jens, Mandy, ihre Klassenkameraden und ihre Lehrerin Beate Stöckler drei Tage lang beim Bewerbungstraining, beim Boxen und beim Kommunikationstraining. Stöcklers erleichtertes Fazit: „Ich bin stolz auf meine Schüler. Sie haben gut mitgemacht und sich konzentriert. Sie haben mich wirklich überrascht.“ Im März soll auf dem ZDF-Infokanal ein fünfzehnminütiger Beitrag“ über „Keiner fällt durchs Netz“ gesendet werden. In der ZDF-Sendung „sonntags“ sollen die Projektteilnehmer für fünf Minuten zu sehen sein.
Bild 1: Aggressionen abbauen durch Boxen – nur eine der Aktionen im Rahmen des Projektes „Keiner fällt durchs Netz“, das durch Mittel des europäischen Sozialfonds gefördert wird.
Bild 2: Das ZDF war vor Ort mit dabei und filmte die Fortschritte der Schülerinnen und Schüler. Fotos: Schäufele
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