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Unternehmensziel Schlüsselkompetenz
Wirtschaftsschüler der Handelslehranstalt Bruchsal zeigen Flagge in New York
Bruchsal. Der Besuch von internationalen und regionalen Messen in Deutschland ist für die Schüler der Zweijährigen Berufsfachschule für Wirtschaft mit dem Wahlpflichtfach Übungsfirma eine einzigartige Möglichkeit, ihre Schlüsselkompetenzen zu erweitern. Vom 22. – 30. März 2010 stellen sich die Schüler der Wirtschaftsschule einer neuen Herausforderung: der Teilnahme an einer internationalen Übungsfirmenmesse in New York mit einem eigenen Messestand.
Die Reise in die USA werden 21 Schülerinnen und Schüler mit ihren Übungsfirmengeschäftsführern Andrea Nemeth und Carsten Wolz antreten. Als Mitarbeiter der Scooter-World Bruchsal GmbH, einem virtuellen Unternehmen mit Motorrollern, Helmen und Zubehörteilen, werden sie in der Messehalle in Manhattan eine Auswahl ihrer Produkte fiktiv anbieten.
Dabei gilt es, mit rund 120 Ausstellern aus den USA, Südamerika, China und Europa in Kontakt zu treten. Die Verkaufsgespräche sind selbstverständlich in englischer Sprache zu führen. Im Vorfeld sind somit Produktkatalog und Werbeflyer in das Englische zu übersetzen.
Eigenverantwortliches Arbeiten müssen die Schüler nicht nur bei der Konzeption des Messeauftritts beweisen. Auch in die Planung und die Organisation der Klassenfahrt und deren Finanzierung sind sie eng eingebunden. Durch zahlreiche Aktivitäten wie Bewirtungen bei den zurückliegenden Abschlussfeiern, Sportfesten und weiteren schulischen Veranstaltungen sowie der Verkauf von Pizzabrötchen und diversen Süßspeisen in den großen Schulpausen konnten die Schüler rund 2.000 € erwirtschaften. Diese werden zur Mitfinanzierung der Bildungsreise eingesetzt. Der kostenbewusste Umgang mit finanziellen Mitteln beginnt bereits bei der Auswahl der Unterkunft, einer Jugendherberge im New Yorker Stadtteil Brooklyn.
Weitere Bausteine in der Finanzierung bilden der Förderverein der Handelslehranstalt und die Patenfirma der Scooter-World Bruchsal GmbH, das Motorsportcenter Odenwald in Bruchsal. Die Patenfirma unterstützt die Messeauftritte der Übungsfirma unter anderem mit realen Produkten und Werbemitteln.
Die methodische und fachliche Seite des Projekts wird ergänzt durch die Besichtigung einer Reihe weltbekannter, geschichtlich und wirtschaftlich bedeutsamer Orte innerhalb New Yorks wie etwa der Federal Hall, der Wall Street, von Ground Zero und des Guggenheim Museums. Auch eine Führung durch das Hauptquartier der Vereinten Nationen ist bereits organisiert. Schließlich werden der Besuch und die Teilnahme am Unterricht einer New Yorker Schule Einblicke in das amerikanische Schulsystem gewähren und die Möglichkeit einer Schulpartnerschaft eröffnen.
Die aufgezeigten Vorteile des Übungsfirmenkonzeptes werden im Rahmen dieser Studienfahrt in einen umfassenden Zusammenhang persönlicher, sozialer und kultureller Erfahrungen gestellt. Ein Projekt dieser Art zu stemmen, fordert von den Schülern Engagement, Kreativität, Teamfähigkeit und Zielstrebigkeit – und schon jetzt ist klar: das Ziel ist bereits erreicht!
Andrea Nemeth, Carsten Wolz
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Klassenzimmer: New York City
Wirtschaftsschüler erleben internationales Messeflair im Herzen der Weltstadt New York.
Eine Erfahrung der besonderen Art ist der Besuch der New York City Trade Fair, der Internationalen Übungsfirmen-Messe im New Yorker Stadtteil Manhattan. Im März 2010 stellten sich dieser Herausforderung 21 Schülerinnen und Schüler der Zweijährigen Berufsfachschule für Wirtschaft der Handelslehranstalt Bruchsal gemeinsam mit ihren Lehrern Andrea Nemeth und Carsten Wolz.
Im eigenen Verkaufsstand in der Messehalle in Manhattan präsentierten die Schüler die Produkte der Scooter-World Bruchsal GmbH, einer der vier Übungsfirmen der Handelslehranstalt. Neben der Anfertigung englischsprachiger Messeangebote, Werbe- und Verkaufsunterlagen gehörten auch die Organisation und Finanzierung der Reise zu diesem außergewöhnlichen Projekt.
„Lerning by doing“ ist das zentrale Konzept der Übungsfirma (kurz: ÜFA), einem vierstündigen Unterrichtsfach, das speziell für die Vorbereitung auf die berufliche Praxis eingerichtet wurde. In fiktiven Geschäften mit anderen Übungsfirmen lernen die Schüler die für Handelsunternehmen grundlegenden kaufmännischen Tätigkeiten von der Beschaffung und dem Vertrieb der Produkte im virtuellen Übungsfirmennetzwerk bis hin zur Büroorganisation und Personalverwaltung. Der Besuch von Verkaufsmessen ist Bestandteil des Bildungsplans. Die dort getätigten Verkaufsabschlüsse und neu geknüpften Geschäftsverbindungen sind die Grundlage der prozessorientierten Übungsfirmenarbeit.
Im Kontakt mit anderen Messeteilnehmern aus den USA, China, Brasilien, Pakistan und Europa verbanden die Schüler sowohl als Händler wie auch als Kunde ihre Kenntnisse der Fremdsprache Englisch mit den in der Wirtschaftschule erlernten betriebs- und volkswirtschaftlichen Zusammenhängen. Die pädagogische und praktische Relevanz dieser Fahrt wurde einmal mehr deutlich, als die Mitarbeiterin Selina Walther im Anschluss an den Messebesuch den Enthusiasmus, das Engagement und die Freundlichkeit der Messeteilnehmer unterstrich, die somit den Kunden ins Zentrum der unternehmerischen Tätigkeit stellten.
Dieses Verhalten besitzt teilweise kulturellen Ursprung. Der insbesondere im nahezu freien Wirtschaftsystem der Vereinigten Staaten äußerst ausgeprägte Wettbewerbsgedanke wird unter anderem durch Verleihung einer Vielzahl von Preisen motiviert. Beispielsweise wurden die beste Präsentation eines Businessplans, der beste Stand und die beste Verkaufsperson prämiert.
Weitere kulturelle Unterschiede zeigten sich im gesamten Messeverlauf. Eine militärische Delegation mit Paradeuniform und Nationalfahne eröffnete die NYC Trade Fair for Virtual Enterprises feierlich mit der Nationalhymne der Vereinigten Staaten. Der US-amerikanische Nationalstolz war allgegenwärtig. Auch die Gestaltung der Verkaufsstände mit kostspieligem Displaymaterial und Unmengen Luftballons, als Maskottchen verkleidete Mitarbeiter sowie laufende Werbedurchsagen beherrschten das Messetreiben.
Viele Verkaufsgespräche konnten erfolgreich zum Abschluss gebracht werden. Die Nachbereitung der Verkaufsaufträge in den Übungsfirmenräumen in Bruchsal wird sicherlich die Eindrücke der Schüler in Erinnerung rufen und somit eine nachhaltige Erfahrung bewirken. Durch die Verwendung einer integrierten Unternehmenssoftware werden das grundlegenden Prinzip und die Vorteile einer Software erkennbar, die alle Unternehmensbereiche miteinander verknüpft.
Neben der Messe blieb natürlich Zeit für das politische und kulturelle New York selbst. Einen Einblick in das amerikanische Schulsystem ermöglichte der Besuch der Norman-Thomas High School im Zentrum Manhattans. Das Fach Übungsfirma wird hier täglich unterrichtet und ist damit viel stärker in der Schulbildung verankert als in Deutschland. Die in unserem dualen Ausbildungssystem bestehende Verzahnung von Theorie (Berufsschule) und Praxis (Ausbildungsbetrieb) existiert in dieser Form in den Vereinigten Staaten nicht.
Eine Führung durch das auf internationalem Gebiet stehende Hauptquartier der Vereinten Nationen vermittelte den Schülern einen Bezug zum alltäglichen Weltgeschehen. Beeindruckend spiegelten sich auch die extremen Gegensätze Amerikas wider: in der Wallstreet zwischen den Wolkenkratzern des Finance Destricts die christliche Werte vermittelnde Trinity Church unmittelbar neben der konkurrenzorientierten Aktienbörse New York Stock Exchange; der übermäßige Reichtum prachtvoller Wolkenkratzer neben heruntergekommen Stadtvierteln.
Viele Museen, Bühnen und Bauwerke der Stadt gehören zu den bedeutendsten der Welt. Entsprechend standen das Guggenheim-Museum, ein Musical-Besuch am Broadway und ein Spaziergang über die Brooklyn Bridge bei Nacht mit Blick auf die berühmte Skyline New Yorks auf dem Programm.
Genannt wurden hier nur einige der zahlreichen neuen Perspektiven und Eindrücke, welche die Verlegung des Klassenzimmers nach New York bot. Im Rahmen der Anbahnung einer möglichen Schulpartnerschaft wurden zunächst eine enge Zusammenarbeit zwischen den Übungsfirmen der Norman-Thomas High School und der Handelslehranstalt Bruchsal vereinbart. Ein erster Schritt, um zukünftig diese nachhaltige Möglichkeit der internationalen Lernerfahrung auch anderen Übungsfirmen-Klassen der Handelslehranstalt Bruchsal offen zu halten.
Text: Andrea Nemeth, Carsten Wolz
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Schüler der Handelslehranstalt Bruchsal bei ihrer Arbeit am Messestand der ÜFA-Messe in New York - umrahmt von Kunden.
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